GIRO IST GESCHICHTE - GROßSCHARTNER ZUFRIEDEN

(PeLe/Foto(c)CCC Mario Stiehl) - Der Giro 2017 ist Geschichte! Nach 3.615,4 km, fast 45.000 Höhenmetern, 21 Etappen und fünf Bergankünften wurde die 100. Auflage erst auf den allerletzten Kilometern, beim abschließenden Zeitfahren über 29,3 km von Monza nach Mailand mit einem wahren Sekundenkrimi entschieden. Auf der Start-Zielgeraden der Formel 1-Strecke in  Monza gaben die Favoriten vom ersten Meter Vollgas. Platz 1 im Zeitfahren ging an den „Fliegenden Holländer“ Joos van Emden (Lotto), mit Platz zwei holte sich Landsmann Tom Dumoulin (Sunweb) das „Rosa Trikot“ von Nairo Quintana (Movistar) zurück.  Am Ende lag Dumoulin in der Gesamtwertung 31 Sekunden vor Quintana und 40 Sekunden vor Vorjahrssieger Vincenzo Nibali (It./Bahrain-Merida). Als bester Österreicher belegte beim Zeitfahren Georg Preidler (Sunweb) Rang sieben, Felix Großschartner (CCC) beendete seinen allerersten Giro mit Platz 120 im Kampf gegen die Uhr.

Die fünf Österreicher, die übrigens alle aus der Radtalente-Schmiede Felbermayr Simplon Wels kommen, trugen viel dazu bei um den Radsport  in der Heimat noch populärer zu machen. Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) schrieb gleich auf der 1. Etappe Geschichte, gewann als erster Österreicher eine Etappe und durfte einen Tag lang das „Maglia Rosa“ tragen. Patrick Konrad (Bora) kämpfte Tag für Tag an der Seite der Stars, belegte am Ende den starken 16  Gesamtrang. Teamkollege Gregor Mühlberger fuhr drei Mal in die Top-20 und war als Edelhelfer für Konrad aktiv. Georg Preidler war die gesamte Rundfahrt als Edel-Domestik von Sunweb-Kapitän Dumoulin präsent.

Stark auch Felix Großschartner (CCC Sprandi Polkowice)! Der Grande Tour-Debütant, den zu Beginn des Giro eine Verkühlung und eine Allergie eingebremst hatten, nützte die Gunst der Stunde, fuhr in der 17. Etappe auf den hervorragenden siebten Platz. Schon einen Tag vorher hatte er den Sprung in die Ausreißergruppe des Tages geschafft. „Ein wenig mehr hätte ich mir ursprünglich schon erwartet. Aufgrund einer Erkrankung konnte ich meine gute Form von der Kroatien-Rundfahrt nicht in den Giro mitnehmen. Aber es war eine coole Erfahrung, der Einblick in eine für mich völlig neue Welt“, erzählt der Marchtrenker begeistert und ergänzt: „In der letzten Woche fühlte ich mich richtig gut. Ich arbeitete viel für Jan Hirt, der von uns im Gesamtklassement am besten platziert war, dazu kam mein siebenter Etappenplatz. Ja, ich bin happy!“

Wie es beim 23-jährigen Oberösterreicher weitergeht entscheidet die CCC-Teamführung in den nächsten Tagen. „Ich hoffe, ich bekomme eine Regenerationspause. Ob ich die Tour de Suisse, die Österreich-Rundfahrt oder beide Etappenrennen fahre, entscheidet die Teamleitung“, so Großschartner. Fix hingegen sind seine Starts bei den Österreichischen Meisterschaften in Offenhausen (Einzelzeitfahren/23.6.) und Grein (Straße/25.6). Dort können die Fans unseren Helden der Landstraße bei der Titeljagd auf die Beine sehen.

 

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