RADSPORT IN ÖSTERREICH - BELIEBTER DENN JE!

Eigentlich haben wir längst Feierabend - Wir bereiten uns gerade mit www.alpentour.tv auf die Livestreamübertragung des Eule Downhillcross in St. Johann/Salzburg vor. Übrigens mit Paco Wrolich als prominenter Starter - das wird ein Highlight. radstars.at betreiben meine Kollegen und ich seit 10 Jahren. Wenn wir alles pro Jahr aufrechnen, haben wir in 10 Jahren nix verdient. Aber fast jeden Tag zieht es uns wieder auf die Seite um einen Bericht nach dem anderen zu veröffentlichen. Obwohl wir nix daran verdienen. Trotzdem, wir sind nun schon so lange dabei und kommen irgendwie nicht los. Und ausser radsportnews und radsport.tv berichtet kaum jemand regelmässig über Leistungen etwa in der Rad Bundesliga oder auch nationalen Events.Und dann gibt es Tage , wo man kaum fertig wird, vor lauter News. 
 
Bestes Beispiel heute - Michi Gogl, Lukas Pöstlberger rittern wie Kathrin Schweinberger auf einem Eintagesklassiker in Belgien, das Team Hrinkow ist in Taiwan unterwegs und in Österreich bereitet man alles für den Saisonauftakt in Leonding vor. Zum mittlerweile 59. Mal gibt es dieses Eröffnungsrennen in Oberösterreich.  Alles nur ein kleiner Teil, wie breit der Radsport in Österreich aufgestellt ist. Und welch unglaubliches Potential dabei vorhanden ist. Mal abgesehen von den oben erwähnten bis zu Felix Grosschartner, Gregor Mühlberger, Patrick Konrad, Bernhard Eisel, Marco Haller, Hermann Pernsteiner, Sebastian Schönberger, Matthias Brändle, Felix Gall, Ricci Zoidl, Laura Stigger, Gregor Raggl, Max Foidl, Charly Markt, Daniel Geismayr, Alban Lakata, Patrick Schnetzer & Markus Bröll, usw. - Bevor sich all die Athleten international bewähren können, findet der Aufbau hier in Österreich statt. 
 
Otto Flum hat am Mittwoch offiziell bekanntgegeben, dass er nach 23 Jahren nicht mehr weiter macht. Nachdem wir zumindest schon wissen, wer ihm nachfolgen wird und dass ein starkes Team an seiner Seite mit dabei ist, dürfen wir uns freuen, dass sich in Zukunft einiges bewegen wird. Präsident zu sein ist eigentlich schwer, denn recht kann man es den wenigsten machen. Wenn jemand gewinnt, sagt man, da hat er nichts dazu getan, wenn jemand auffliegt, dann blickt man schräg herüber. Wenn zu wenig Geld da ist, hat man es eh gewusst. Und wenn Erfolge sich einstellen, wird man neidisch. 
 
Wenn man auf die "Karriere" des Otto Flum zurückblickt, dann hat er unserer Meinung nach, zumindest in den letzten Jahren, mit seinem Team einiges richtig gemacht. Zum Beispiel die Radweltmeisterschaft(en). Nehmen wir die in  Tirol her. Da wurde die WM an Österreich vergeben - dann hat man hin und her gestritten - am Ende hat man eingelenkt - und es wurde, dank der perfekten Organisation der Tiroler Touristiker mit Unterstützung vieler, eine, wenn nicht die beste WM aller Zeiten. Und da kann man es drehen und wenden wie man will - mit auch ein Verdienst des Österreichischen Radsportverbandes.
 
Oder die Österreich Rundfahrt - die ist beim Verband als GmbH ausgegliedert. Mit Franz Steinberger als Manager haut sich einer gemeinsam mit Marina Janda aber richtig rein. Wenn man wie bei Etappen in Vorarlberg, Tirol, Steiermark, Salzburg oder Oberösterreich sieht, wie tausende Fans dabei sind und etwa Pernsteiner oder Zoidl aber auch die heimischen Teams den Fans eine Mega Show liefern, dann geht dies in die richtige Richtung. 
 
Ein Blick in die Bundesländer - Ohne Bundesländer die mit ziehen, kann der Verband gar nichts machen. Aber da tut sich was. Z.B. Kärnten, Vorarlberg, Tirol, Oberösterreich, Steiermark um nur einige zu nennen - da wird sehr eng mit Tourismusverbänden & Kommunen gearbeitet und es werden Top Events auf die Beine gestellt. Heuer mit der Tour of the Alps in Kufstein, der SPORT.LAND.Noe women´s tour in Niederösterreich, der Oberösterreich Rundfahrt, der Jugendtour in der Steiermark. Ähnlich bei den MTBikern - egal ob Marathon oder Cross Country - Egal ob Salzkammergut Trophy, Kitzalp Bike oder wie die ÖM in Dornbirn oder das Event in Haiming. Volles Haus, Riesen Stimmung.
 
Wenn wir zu den heimischen Teams blicken, dann muss man wohl mehr als nur den Hut vor ALLEN ziehen. Gerade der heimische Radsport wird medial in Österreich massiv benachteiligt.Wären nicht die regionalen Medien, sowie der eine oder andere engagierte Redakteur bei den grossen Tageszeitungen, man würde meinen, Radsport wäre eine Randsportart. Und trotzdem lassen sich Teams wie Hrinkow, Vorarlberg, Tirol, Felbermayr, Maloja, usw. nicht beirren und schaffen es immer wieder, die Budgets zusammen zu kriegen. Höchste Anerkennung z.B. an das Raiffeisen Radteam Tirol, die in Tirol im Schatten des TCT stehen, trotzdem aber ihr Ding durchziehen. Bei all diesen Teams liegt der Schlüssel, dass Österreich solche Klasseathleten bei einigen internationalen Top Teams hat. Ohne heimische Teams, deren Aufbauarbeit und der dazugehörenden Rad Bundesliga wäre die Zahl der international engagierten Athleten weit geringer. Sicher gibt es immer Sportler, die es alleine schaffen, aber in den meisten Fällen geht es nur gemeinsam.
 
Stichwort Rad Bundesliga: Solche Rennen gehören in Österreich alle LIVE Übertragen - Mit ALPENTOUR TV haben beim GP Vorarlberg im vergangenen Jahr einen Versuch gemacht - 60.000 Zuseher/User am 01. Mai. - Dies würde jeden Veranstalter weiter bringen und würde den Stellenwert dieser Rennen bedeutend heben. Wenn wir hier nur an das geniale Event King of the Lake denken. In diesem Jahr werden wir übrigens die Strassenmeisterschaft im Rahmen des Mondsee - 5 Seen Radmarathon LIVE übertragen. 
Noch viel weniger wie die Strasse, werden etwa die Mountainbiker medial beachtet. Wenige lesen österreichweit davon, dass z.B. Daniel Geismayr (Team Vorarlberg Santic) oder Alban Lakata gerade beim weltweit höchstdotierten MTB Etappenrennen dem Cape Epic mit ihren Partnern unter den 10 Top Teams rangieren? Oder dass Charly Markt, Gregor Raggl, Max Foidl um die Olympiaplätze rittern? Laura Stigger ist hier dank WM Titel eine Ausnahme. Und wird Daniel Federspiel nicht eines Tages vielleicht doch noch Sagan stehen lassen, hat er wohl nicht mehr als 10 % seines tatsächlichen Werbewertes, den er sich mühevoll als Weltmeister erarbeitet hat, ausnützen können. Wir haben Trial Sportler, die weltweit richtige Stars sind, bei uns irgendwo bis gar nicht .... Dabei wären dies gerade die Sportler, die die Kids bewegen würden.   
 
Oder Hallenradsport - Bitte was? Hier hat Österreich die Weltmeister im Radball, Medaillengewinner mit dem Kunstrad - ausser regional völlig unbeachtet - dabei war die letzte Hallenradsport WM in Dornbirn mit 12.000 Besuchern an 3 Tagen restlos ausverkauft.
 
Radsport ist neben dem Laufsport und Skifahren der beliebteste Breitensport in Österreich. Hunderttausende Österreicher radeln. Bis ins hohe Alter. Diese Zielgruppe gilt es abzuholen. Wie auch die Hobbysportler - Beim Ötztaler starten 4.500, bei der Salzkammergut Trophy über 4.000, beim RM in Nauders 3.200, beim Mondesee 5 Seen RM 2.000, beim Arlberg Giro 1.500, beim Wachau RM 2.000, beim Kitz Alp Bike über 2.000, Dolomiten Rundfahrt 2.000, beim Highlander 1.800, beim Neusiedlersee RM 2.000, King of the Lake ... und und und.
 
Abholen kann man solche Breitensportler, die Radsportfans, oder vor allem Sponsoren  mit den neuen Medien. Nicht grübeln, wenn es im Fernsehen bei den grösseren Stationen nicht funktioniert, sondern das ausnützen, was direkt vor uns liegt. Online, Livestream, Social Media - denn der Radsport in Österreich hat alles, was es dazu braucht - Hundertausende Radbegeisterte und auch die Athleten, mit denen man sich "zeigen" kann.!
 
Einer der im Social Media seine Community abholt ist Extremsportler Christoph Strasser - der 5fache RAAM Sieger erreicht durch gezielte Pressearbeit unglaubliche Reichweiten! Auch Events wie das Race Around Austria oder das RATA in Nauders sind hier zu erwähnen.
 
Übrigens: Wegen Dopingfällen darf man sich nicht stoppen lassen - dies ist nicht ein Problem speziell im Radsport - dies ist ein Problem unserer Gesellschaft. Von uns ALLEN! Hochgelobt und dann verbannt. Menschen die dopen, haben ein Problem - mit dem sie alleine nicht fertig werden. Hier gilt es bei der Jugend anzusetzen. In der Erziehung, in der Schule, in den Vereinen - Öffentlichkeitsarbeit und Vorbildwirkung. 
 
Um den Kreis zu schliessen - Otto Flum hat in 23 Jahren mit dem Verband und den Funktionären vieles erlebt und mitbewegt. Unter seiner Führung gab es in Österreich Weltmeisterschaften, Weltmeister, Etappensieger bei den grössten Rennen, die Österreich Rundfahrt, die es immer noch gibt und nun in die 71. Auflage startet!, uvm., - Dies alles wird es auch unter dem neuen Präsidenten und dem Vorstand und den Verbänden in den Bundesländern geben - Und vor allem es kommen nun neue Impulse, Ideen und frischer Wind bedeutet auch viel Energie.
 
Wir alle sollten stolz sein, auf die Sportler & Teams & Vereine, ob auf der Strasse, MTB, Trial, oder in der Halle. Und dies fördern, wann und wo immer es geht - vor allem gilt es die Jugend zu begeistern. Denn Radfahren ist neben Laufen und Skifahren, der beliebteste Breiten & Bewegungssport in Österreich!
 
 

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