RADSPORTTAGE TIROLER OBERLAND - VON BIO, LEBERKÄSSEMMEL, ÜBER REGEN BIS VÖLLIG BLAU

Unser radstars Team war am letzten Sonntag beim Kaunertaler Gletscherkaiser und von Donnerstag bis Sonntag bei den Radtagen in Nauders. Diese Events begleiten wir gemeinsam mit Othmar Peer nun schon seit vielen Jahren. Seit 3 Jahren ist auch Kollege Dominik Pfannhauser dabei. Über 3.000 Radsportler beteiligen sich an diesen Radsporttagen im Tiroler Oberland/Kaunertal und Nauders. Wenn man so etwas miterlebt, mit welcher Begeisterung tausende Radsportler und auch deren Begleiter bei der Sache sind, dann geht einem das Herz auf. Hier ein paar sehr "bemerkenswerte" Momente:

- Bemerkenswert - war am Samstag der Zieleinlauf des zweitplatzierten Patrick Hagenaars. Nein, nicht deshalb, weil er nur einen Arm hat. Da er ja eine Protese trägt, funktioniert bei ihm das Radfahren bestens. Sondern deshalb, weil er sich kein Blatt vor den Mund nahm. "Ich bin Bio, ich würde nie etwas verbotenes zu mir nehmen. Wer dies tut, bescheisst sich vor allem selber. Darum bin ich stolz auf mich.", und wünschte sich eine Fleischkässemmel!

P.S.: An sämtlichen Tagen hatte man den Eindruck, dass die meisten Clean sind! Zwar etwas langsamer, dafür mit gutem Gewissen. 

 - Bemerkenswert - Schon der Kaunertaler Gletscherkaiser vor einer Woche hat gezeigt, wie herrlich es ist, wenn man mit der eigenen Leistung zufrieden sein kann. Nicht die Sieger sind alleine im Mittelpunkt gestanden, sondern alle FINISHER. Jeder Einzelne, der am Parkplatz beim Gletscher die Ziellinie überquerte, wurde gefeiert. Nicht von tausenden Menschen, aber von vielen, die meisten waren als Touristen sogar rein zufällig da. Und diese staunten, dass man mit dem Rad so rasch auf den Berg kommt. Die Finisher durften stolz sein.

- Bemerkenswert - Auch beim DreiländerGiro staunte man nicht schlecht. Weil es am Sonntag um 06 Uhr 30 aus Kübeln goss, verzichteten über 2.000 angemeldete Teilnehmer an den Start zu gehen. Einige Hundert taten es aber doch. Und da fuhr Seite an Seite mit dem "SIR" Daniel Rubisoier ein 16 jähriger Names Florian Lipowitz auf das Stilfserjoch. Er hat sich reingebissen, dass er mit dem Rubi mithalten konnte. Während Daniel Rubisoier bei nach wie vor strömenden Regen dann auf der "Langen Strecke" weiterfuhr und sich nach 2016 auch in diesem Jahr unangefochten zum Sieger kürte,fuhr Lipowitz die "kurze Runde" und kam als 2. auf dem letzten Zacken ins Ziel. Dort meinte er "Ich war oben blau und meine Beine schlotterten. Aber ich habe alles gegeben." - Und das (Fach)Publikum tobte!  Gewonnen hat die kurze Strecke der Vorarlberger Tom Berchtold. Bei den Damen siegte Isabell Vogel über die Kurze und Nadja Prieling über die Lange Strecke.Den ganzen Tag über kamen dann Finisher ins Ziel. Gestartet bei Regen, gefahren im Regen und gefinisht ab den frühen Nachmittagsstunden bei Sonnenschein.

Übrigens: Allen Respekt für jene, die nicht gestartet sind. Sie haben es für sich selber entschieden! Und sich nicht leiten lassen. Dies muss man zuerst schaffen!

- Bemerkensert - In Nauders herrscht 3 Tage Ausnahmezustand - Egal wohin man sich bewegt, überall Radsportler - von der Früh bis zum Abend - alles in Bewegung. Viele kennen einander schon von vielen Radmarathons. Man trifft sich wieder. Radelt eine Runde, oder geht auf ein Getränk. Am Freitag Mittag (13 Uhr) versammeln sich viele zum Start des - RATA - dem Race Across the Alps. Viele können es einfach nicht glauben, dass man über 20 Stunden nonstop 500 KM radfahren und dabei 14.000 HM bewältigen kann. Man schaut sich die Starter an, denkt, dass sind aber ein bisschen Verrückte, macht ein Selfie mit Ihnen und klatscht für jeden der auf der Bühne präsentiert wird. Halt eben eine große Radfamilie.

- Bemerkenswert - Am Abend sind dann Alle - wohl mehr als 2000 - zusammen beim Nightrace, dem spektakulären Kriterium mitten durch Nauders. Um zu staunen und zu klatschen.  Da "polzen" bekannte und gar nicht so bekannte Fahrer mitten durch den Ort. Allen voran der MTB Weltmeister im Eliminator Daniel Federspiel. Ja, den kennt man, dass ist doch der, der in seinen Oberschenkeln mehr Muggis hat, wie die meisten im Radsport. Ja, der ist nett. Und so macht man ihm zu Favoriten, weil der ist cool, finden die Jungen und die anderen finden, dass sein Smile was besonderes hat. Aber auch die restlichen Fahrer liefern eine tolle Show, inkl. den Kids vom Bike Club und Langstreckenweltmeister Pierre Bischoff, der von Nauders gesposnert wird und im Rahmenprogramm mit dabei ist.

RADSTARS

- Bemerkenswert - Am Samstag macht man sich schon ganz früh auf zur kurzen Radtour, denn bereits gegen 10 Uhr kommt der Sieger vom RATA ins Ziel. Und es ist der Robert Petzold. Wie der Großteil aller Teilnehmer beim Giro, ist auch er ein Deutscher. Dass der aber so Gas gibt, ist dann doch gewaltig. Als er nach 20 Stunden 30 schon wieder in Nauders ankommt, liegen etliche noch im Bett oder sind noch selber auf der morgenlichen Radrunde. Na ja, kann man nichts machen, da kommen eh den ganzen Tag über Finisher herein. Denn einen oder anderen sieht man dann schon. Also man verpasst zwar den Sieger, aber wie lauetet das Motto - JEDER FINISHER IST EIN SIEGER - Bemerkenswert ist übrigens auch Organisator Gernot Weinig. Mit einer MINICREW von vielleicht 5 Personen managt er das gesamte Event. Er selber begleitet die Teilnehmer auf der ganzen Strecke. Er schafft er es seit Jahren, dieses Rennen zu organisieren. Hier gebührt ihm die Goldmedaille!

- Bemerkenswert - Langsam steigt bei den Giro Teilnehmern die Nervosität für den Sonntag. Um sich abzulenken und die Zeit zu verkürzen, geht man am Samstag Nachmittag noch zur Eröffnungsfeier des Giro, wo auch 3 Naturbahnrodler präsentiert werden. In Österreich populär, in Deutschland eher nicht. Trotzdem klatscht das ganze Zelt, als sie erfahren, dass es sich um 3 Weltmeister handle. Dann folgt auch noch die Siegerehrung des RATA, man feiert weiter. Halt nicht zu lange, man muss am Sonntag ja früh raus. Viele nehmen sich noch die Zeit um später am Abend noch bei der Buchpräsentation von Franz Venier im Almhof dabei zu sein. Ein richtig Verrückter mit Erfolgen beim RAAM oder auch RATA. Er soll auch alle Tour de France Etappen nonstop gefahren sein. Das muss man sich ansehen. Sein Kollege Othmar Peer liest einige Stellen aus dem Buch und die beiden erzählen von besonderen Erlebnissen. Herrlich! Jetzt kann man beruhigt einschlafen. Oder auch nicht!

- Bemerkenswert - Von Samstag auf Sonntag, also kurz vor dem Höhepunkt für die meisten Gäste, setzt nach einer Schönwetterperiode doch tatsächlich Regen ein. Umrahmt um halb sechs in der früh von Sturm und Gewitter. Nein, dass tu ich mir nicht an. Oder, komm bleib liegen, sollen doch die anderen fahren. Viele sind hin und her gerissen. Die Entscheidung muss jeder selber treffen. Die meisten bleiben liegen. Andere starten. Und trotzdem sind bei den Zielankünften wieder viele da. Auch wenn es nur zum zum klatschen ist. Und so entwickelt sich im Zielgelände eine ganz tolle Stimmung - Zum 24. fand der DreiländerGiro nun statt. Großes Lob an die Organisatoren und Helfer rund um Karl Mall - Mit vereinten Kräften zählt der Giro nach wie vor zu den populärsten Radevents im Alpenraum.

RADSTARS

- Bemerkenswert - Selbst wenn mehr als die Hälfte der Gäste gar nicht selber gestartet sind, wissen die meisten jetzt schon. Hier sind wir kommendes Jahr wieder mit dabei.

Danke an die große Radfamilie, es war wie immer toll!

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