DANIEL FEDERSPIEL - PLANT DER WELTMEISTER SEINEN UMSTIEG AUF DIE STRASSE?

Gleich vorweg, er hat uns nicht ALLES verraten, aber ein bisschen was hat er uns dann doch gesagt. Seit längerem wird ja gemunkelt, dass der zweifache XCE Weltmeister Daniel Federspiel eventuell einen Wechsel auf die Strasse vor hat. Für heuer hat Federspiel die Saison  (fast) frühzeitig beendet, obwohl in Italien noch ein Rennen auf dem Programm stand. Aber dieses war für Federspiel nicht mehr so interessant.

DF:  Ja genau, ich habe die Saison frühzeitig beendet, da das Rennen in Italien nur mehr für Amateure war.

Mit der Saison konnte Daniel Federspiel wahrlich zufrieden sein, denn es hat ja eigentlich miserabel begonnen:

DF: Natürlich bin ich mit der Saison mehr wie zufrieden, denn ich bin wieder Weltmeister geworden. Auch die Silbermedaille bei der EM glänz fast wie Gold, denn damals haben ja die großen Probleme mit dem Auge angefangen.

Mehr geht ja fast gar nicht?

DF: Nein, ganz ehrlich nach all den Problemen, hätte ich nie gedacht, heuer doch noch so erfolgreich zu sein. Ich hatte bis jetzt noch nie was am Auge und sowas hat mich sehr beschäftigt - und eigentlich beschäftigt es mich immer noch – da wir den eigentlichen Grund noch immer nicht herausgefunden haben. Derzeit bin ich in Bayern in einem Osteo Zentrum zur regelmäßigen Behandlung . Aber eine genaue Diagnose gibt es nicht. Und so etwas belastet, auch wenn ich immer lache!

RADSTARS

Der Eliminator Bewerb ist zwar spektakulär und spannend, aber hat er in dieser Form Zukunft?

DF: Die Entwicklung des XCE`S sieht nicht gut aus, es wird zwar weiterhin eine EM und WM geben, aber das war es dann auch. Ohne Olympische Disziplin ist das fast wie 2. Liga. Für mich beginnt jetzt die Planungsphase – Sicher ist, dass ich auch etwas anderes fahre, denn gerade mal 5 hochkarätige Rennen im Jahr sind zu wenig.

Du bist ja schon einmal auf der Straße gefahren, wäre das was?

DF: Naja, Ambitionen auf die Straße zu wechseln sind natürlich da, aber als Quereinsteiger ist es praktisch unmöglich in ein gutes Team zu kommen. Wenn man sieht, wie schwer sich ein Stefan Denifl oder Riccardo Zoidl tun, weiter in einem internationalen TopTeam mit zu fahren, weisst du was ich meine. Aber es gibt Gespräche!

Möchtest du uns verraten mit wem?

DF: Nein, werde ich nicht (grinst). Ich selber bin auch absolut überzeugt, dass ich es drauf habe, denn alleine meine 1 1/2 monatige Vorbereitung auf den Ötztaler hat gezeigt, dass Potential da ist. Obwohl es bei internationalen Rundfahrten natürlich noch anders zu geht, wie beim Ötztaler. Aber es hat sich gezeigt, dass ich als Sprinter relativ schnell über die Berge komme. Und würde ich mich ein Jahr lang intensiv auf den Ötztaler vorbereiten, wäre noch weit mehr drinnen, sage ich jetzt einfach mal aus Überzeugung.

RADSTARS

Nach der Saison ist vor der Saison – Ein bisschen musst du dich schon fit halten?

DF: Jetzt im Oktober mache ich was mir Spaß macht, einfach ohne Druck und Stress „trainieren“. Ab November lege ich dann wieder ordentlich los.

Na dann, geniesse die Zeit – und wenn du ein Team hast, melde dich,g, - Gratulation noch einmal für deine gewaltigen Leistungen in diesem Jahr!

Daniel Federspiel - 10 Jahre XCE - 97 Sprintrennen
- 76 Siege
- 90 Podestplätze
- 4 WM Medaillen 2x Gold, 1x Silber. 1x Bronze
- 3 EM Medaillen 2x Gold, 1x Silber
- 4x ÖM Gold
- Weltcupgesamtsieger
- 1x Schlüsselbeinbruch

 

 

 

 

 

JOSEF "BENE"TSEDER SAGT CIAO - VOM RENNSATTEL IN DEN BÜROSESSEL

(THC/Foto Eisenbauer) - STEYR.  Nach vielen Jahren im Radsport hängt Josef Benetseder sein Rennrad nun sprichwörtlich „an den Nagel“ und beendet nach dieser Saison seine lange und erfolgreiche Karriere. „Eigentlich sah mein Lebensplan vor noch ein oder zwei Jahre Rennen zu bestreiten, ....

da kam plötzlich der Anruf meines langjährigen Sponsors „Pizza&Baguette“, dass ich die Chance hätte bereits jetzt fix ins Büro zu wechseln. Ich musste ehrlich gesagt nicht lange überlegen, ein oder zwei Jahre mit dem einen oder anderen Erfolg wären vielleicht noch schön gewesen, aber diese Chance für meine finanzielle und berufliche Zukunft darf ich mir natürlich nicht entgehen lassen!“

Der in Weibern aufgewachsene Benetseder begann seine Profikarriere für das damalige Pro-Continental Team Volksbank-Corratec aus Vorarlberg. Bereits als Nachwuchsfahrer zeigte der Oberösterreicher groß auf und war im Jahr 2001 im Junioren-Aufgebot des österr. Nationalteams. Als U23-Fahrer belegte er bei der Malaysia-Rundfahrt 2002 den dritten Gesamtrang.

Nachdem er bei der Tour de Suisse das Grüne Sprinttrikot tragen durfte, folgten seine erfolgreichsten Jahre im Radsport. Unvergessen die Soloritte bei der Österreich-Rundfahrt 2010, die mit dem Gewinn des Bergtrikots endeten. Er gewann darüberhinaus auch die Gesamtwertung der Tchibo.Top.Rad.Liga, entschied die zweite Etappe der OÖ-Rundfahrt für sich und wurde zweiter bei der Wahl zum OÖ-Sportler des Jahres.

In den darauf folgenden drei Jahren wurde er in der Tchibo.Top.Rad.Liga immer Gesamtzweiter. Auch wenn zu dieser Zeit Gespräche zu einem absoluten Topteam gegeben hat, so blieb Benetseder in Österreich und etablierte sich als fixe Konstante im österreichischen Radsport, wo er mit Team Vorarlberg und WSA weitere Erfolge wie den Österreichischen Bergstaatsmeistertitel einfuhr.

Ein Rennen wurmt den 32-jährigen aber bis heute, die Staatsmeisterschaften als sich Lukas Pöstlberger zum bis dato jüngsten Staatsmeister krönte. „Die Staatsmeisterschaften 2012 in Judendorf/Straßenegel werde ich nie vergessen, ich war in der Spitzengruppe des Tages, doch obwohl Wels und World-Tour-Fahrer wie Eisel hinten richtig Dampf machten so konnten wir den Vorsprung halten.

Als dann zum Schluss das taktische Geplänkel begann entwischte uns Pöstlberger obwohl ich wahrscheinlich der Endschnellere von uns an der Spitze war. So eine Chance bekommst du nur einmal…!“, so Benetseder.

Doch er bekam auch die negativen Seiten des Radsport - im wahrsten Sinne des Wortes - zu spüren. 2014 belegte er bei „Szlakiem Grodow Piastowskich“ (UCI 2.1) noch den dritten Platz bei der ersten Etappe, als er einen Tag später schwer zu Sturz kam und sich einen Beckenbruch zuzog. Die mehrstündige Heimreise von Polen im Bus wird er nie vergessen. Eine mehrmonatige Pause, inklusive anhaltender Schmerzen, folgte.

Auch im letzten Jahr hatte Benetseder Sturzpech, kam mehrmals zu Fall und auch der schon längst ausgeheilte Beckenbruch schmerzte immer wieder. Dennoch überwiegen die positive Dinge in seiner Karriere. „In den letzten Jahren bei der Gründung eines komplett neuen Continental-Teams dabeigewesen zu sein war echt ein tolles Erlebnis, vom Teammanager Alexander Hrinkow bis hin zum Mechaniker und Betreuer, alle ziehen in Steyr für Team Hrinkow Advarics Cycleang an einem Strang und es fiel mir extrem schwer der Teamleitung sagen zu müssen dass ich im nächsten Jahr als Fahrer nicht mehr dabei bin.

Aber alles hat ein Ende und die Chance in die freie Marktwirtschaft wechseln zu können muss ich einfach nehmen!“ Ob es, wie schon während seiner aktiven Laufbahn, wieder Ausflüge mit einem Mountainbike geben wird beantwortet er so: “Natürlich sind Ereignisse wie der Etappensieg bei der Crocodile Trophy in Australien unvergessen, aber ich bin kein Typ der mit 40 noch irgendwelche Rennen bestreitet.

Jetzt freue mich schon auf „normale“ Ausfahrten mit Freunden - ganz ohne Trainingscharakter…und wer weiß vielleicht komme ich ja wieder in irgendeiner Rolle im Radsport zurück.

DAS GANZE RADSTARS TEAM WÜNSCHT JOSEF BENETSEDER ALLES GUTE!

NameJosef Benetseder
 Geburtsdatum & -ort 10. Februar 1983, Ried i. Innkreis / AUT
 Größe 180 cm
 Gewicht 65 kg
 Spezialität Lange, windige Rennen
 bisherige Teams 2006 – 2012 Team Vorarlberg
2013 Team WSA
2014 Tirol Cycling Team
 Größte Erfolge Vizestaatsmeister – Straße
Träger des Sprinttrikot bei „Tour de Suisse“
Bergtrikot „Österreich-Radrundfahrt“
Gewinner „Tchibo Top Radliga“
Etappensieg „Österreich-Radrundfahrt“
Zweifacher Sieger „Eröffnungsrennen Leonding“

 

FINALE IN DER BUNDESLIGA - LEIDER OHNE FANKHAUSER

Der traditionsreiche Raiffeisen-GP in Judendorf am Sonntag, 25. September hat seinen Termin vom Sommer in den Herbst verlegt und damit hat der Veranstalter einen Volltreffer gelandet: Nicht nur, dass erst nach 191 Kilometern bei der 18. Auflage des Klassikers der Gesamtsieger der Wiesbauer-Radbundesliga feststeht, das Rennen im Norden von Graz kann mit 150 Fahrern aus acht Nationen mit der besten Besetzung seit Jahren aufwarten. Zudem ist mit Riccardo Zoidl (Trek) auch ein aktueller Fahrer aus der World Tour am Start, übrigens Judendorf-Sieger 2013.

Warum ein Startplatz in Judendorf heuer so begehrt ist und OK- Chef Roland Eberl sogar mehreren (ausländischen) Mannschaften absagen musste: In knapp drei Wochen steigt die Straßen-WM in Doha und da fährt diesmal u.a. auch die slowenische Nationalmannschaft ihre interne Ausscheidung. Natürlich wird auch ÖRV-Teamtrainer Franz Hartl seinen U 23-Kandidaten vor dem WM-Rennen genau auf die Beine schauen. Als WM-Fixstarter gilt jedenfalls der Oststeirer Daniel Auer (Felbermayr Wels).

Das Teamduell: Amplatz-BMC gegen „Hausherr“ WSA Greenlife
Das Finale der Bundesliga findet unter geänderten Voraussetzungen statt, denn ein Mitanwärter auf den Gesamtsieg fällt aus: Clemens Fankhauser (Tirol Cycling), der aktuell Drittplatzierte, stürzte in Italien beim Memorial Marco Pantani und zog sich gebrochene Finger und einen Schulterbruch zu. Somit bleibt für Liga-Spitzenreiter Andi Bajc (Amplatz-BMC) nur mehr Helmut Trettwer (WSA Greenlife) als einziger Gegner. Der Deutsche liegt nur 32 Punkte hinter Bajc, der in Judendorf seinen zweiten Gesamtsieg in der Wiesbauer-Radbundesliga fixieren könnte. So knapp könnte es hergehen: wird Trettwer z.B. Dritter, was er heuer schon mehrere Male geschafft hat, muss der Slowene mindestens Fünfter werden, um seine Spitzenposition zu wahren. Die WSA-Mannschaft, bekanntlich in Graz beheimatet, brennt jedenfalls auf den ersten Tagessieg in Judendorf. Bajc zeigte sich im Vorjahr dort allerdings in großer Form und belegte den zweiten Tagesrang hinter Gregor Mühlberger.

Ein Sieger früherer Jahre wird diesmal übrigens fehlen: Neben Fankhauser ist auch für Markus Eibegger die Saison schon vorbei, der Knittelfelder stürzte im Training schwer und zog sich Prellungen und eine Gehirnerschütterung zu. Der 17,4 km lange Kurs zwischen Judendorf und Gratwein mit dem gefürchteten langen und bis 15 Prozent steilen Anstieg im Luttengraben muss heuer sogar elf Mal gefahren werden, das Rennen wurde um eine Runde verlängert. Der RC Judendorf wollte vor der WM nochmal ein richtig schweres Straßenrennen bieten, Höhendifferenz insgesamt 2500 Meter. In Judendorf wird erstmals auch ein int. Juniorenrennen gefahren, mit dabei auch Weltmeister Felix Gall, Start Sonntag 10:40 Uhr.

18.Raiffeisen-GP Judendorf, (191 km), Sonntag, 25.9.: Start 10:30 Uhr, Zielankunft ca. 15 Uhr, anschl. Siegerehrung der Wiesbauer-Bundesliga

Die heurigen acht Rennen der Wiesbauer-Radbundesliga:
20.3. Leonding - Sieger Stephan Rabitsch (Felbermayr Simplon)
24.4. Burgenland-Rundfahrt Horitschon - Daniel Auer (Felbermayr Simplon)
1.5. GP Vorarlberg Nenzing - Andi Bajc (Amplatz-BMC)
8.5. GP Sportland NÖ Pöggstall - Peter Kusztor (Amplatz-BMC)
5.6. GP Südkärnten Völkermarkt - Marek Canecky (Amplatz-BMC)
24.6. STM Einzelzeitfahren Mattsee - Matthias Brändle (IAM)
4.9. GP Schwaz - Markus Eibegger (Felbermayr Simplon)
25.9. Raiffeisen GP Judendorf - ??????

Stand in der WIESBAUER-Radbundesliga nach sieben von acht Rennen:
1. Andi Bajc (Amplatz-BMC) 870 Punkte, 2. Helmut Trettwer (WSA Greenlife) 838, 3. Clemens Fankhauser (Tirol Cycling) 829, 4. Peter Kusztor (Amplatz), 620, 5. Maximilian Kuen (Amplatz), 6. Daniel Lehner (Team Vorarlberg), 551 Punkte und bester Fahrer der U 23-Wertung.

In der Mannschaftswertung führt Amplatz-BMC mit 149 Punkten vor Tirol Cycling (143) und WSA Greenlife (133).

RABITSCH GEWINNT 18. WELSER INNENSTADTKRITERIUM

(Fotonachweis Manfred Binder/wierPR) - Mit einem Heimsieg ist das 18. Welser Innenstadt-Kriterium zu Ende gegangen. Der Steirer Stephan Rabitsch (Team Felbermayr Simplon Wels) konnte das größte Radsport-Event Österreichs gegen starke Konkurrenz in überzeugender Manier für sich entscheiden. Auf der wegen zwischenzeitlich starkem Regen auf 50 Runden (Gesamtlänge 40 Kilometer) verkürzten Strecke setzte er sich mit 4 Sekunden Vorsprung vor Olympiastarter Georg Preidler (Team Giant-Alpecin) und Tour de France Starter Marco Haller (Team Katusha) durch. Auf den weiteren Plätzen folgten der tschechische Radstar Roman Kreuziger (Team Tinkoff) und Lokalmatador Felix Großschartner (Team CCC Sprandi Polkowice). 8.000 Zuschauer sorgten entlang der Strecke für eine tolle Stimmung. „Das Heimrennen zu gewinnen ist etwas ganz besonderes. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt und freue mich riesig über meinen Erfolg“, so der Sieger. Soloflucht führte zum Erfolg Drei Tage nach dem Ende der Tour de France 2016 waren zahlreiche Topstars der Radszene in Wels zu sehen. Insgesamt 8 Tour de France-Starter gaben sich in der Messestadt ein Stelldichein. Auch sämtliche österreichische Spitzenfahrer waren am Start. Die Radprofis waren beim Raiffeisen Grand Prix mit Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h durch die Welser Innenstadt unterwegs. Das Rennen war von zahlreichen Ausreißversuchen geprägt, die aber erfolglos blieben. 15 Runden vor Schluss startete Stephan Rabitsch eine Attacke und setzte sich deutlich vom Hauptfeld ab. Nur Georg Preidler, der Österreich bei der Olympiade in Rio 2016 vertreten wird, setzte zur Verfolgung an, aber Rabitsch konnte 4 Sekunden Vorsprung ins Ziel retten. Mit Respektabstand kamen die weiteren Fahrer ins Ziel. Zwischenzeitlich strömender Regen machte das Rennen besonders schwierig und führte zu einer Verkürzung der Strecke auf 50 Runden.

Verena Eberhardt siegt im Damenrennen

Bei den Damen siegte Verena Eberhardt (Team RSC ARBÖ Südburgenland), Österreichs Olympiastarterin Martina Ritter belegte den 9. Platz. Im Juniorenrennen gewann Jakob Reiter (RC ARBÖ Auto Eder Walding) vor Florian Kierner (Team Felbermayr Simplon Wels).

Weltklassefahrer in der Welser Innenstadt

Der Rundkurs in der Welser Innenstadt führte vom Kaiser-Josef-Platz über die Pfarrgasse, Ringstraße und Hessengasse wieder zurück zum Kaiser-Josef Platz und hatte eine Länge von 800 Meter. Die Weltklassefahrer erzielten in nächster Nähe zu den insgesamt 8.000 Zuschauern trotz widriger Wetterbedingungen einen Schnitt von 39,9 km/h. Sport verbindet - das traf auf das Radrennen auch 2016 voll und ganz zu. Das Welser Innenstadt-Kriterium ist ein großes gesellschaftliches Ereignis. Auf großen Videowalls konnte das Renngeschehen mitverfolgt werden, ein volles VIP-Zelt und hunderte Besucher auf der Dachterrasse des Raiffeisen-Gebäudes unterstreichen die gesellschaftliche Bedeutung des Rennens. „Das Kriterium ist ein Pflichttermin für alle Welser“, freut sich Organisator Paul Resch.

 

TIROL CYCLING TEAM - CLEMENS FANKHAUSER ZUM SCHLUSS NOCH 5.

(Bericht E.Sp./Foto Mario Stiehl) - Mit einer sehr guten Leistung von Clemens Fankhauser verabschiedet sich das Tirol Cycling Team von der Österreich Rundfahrt. Auf der siebten Etappe holt sich der Zillertaler Rang 5 auf der Etappe und beendet die Ö-Tour als drittbester Österreicher.

Ein wenig verzagt ist Clemens Fankhauser heute im Ziel am Kahlenberg schon. Er wäre zum Abschluss der Österreich Rundfahrt gerne aufs Podest gefahren. „Im Sprint habe ich versucht, mich links nach vorne zu fahren und bin dann auf der 300-Meter-Marke aber von einem Fahrer, der ausgeschert ist aus dem Sprint gebremst worden. Mein taktischer Fehler“, analysiert Fankhauser. Die heutige Etappe der Österreich Rundfahrt war wieder sehr schnell, das Tirol Cycling Team hat Clemens Fankhauser aber für den letzten Anstieg den Kahlenberg hinauf gut in Position gebracht. Mit Rang 5 auf der Etappe setzt Clemens Fankhauser noch einmal ein Ausrufezeichen, denn seine Leistung in den vergangenen Tagen war sehr gut. Gewonnen hat die heutige Etappe der Belgier Frederik Backaert. Jan Hirt gewinnt die Österreich Rundfahrt 2016. Clemens Fankhauser wird als bester Fahrer des Tirol Cycling Team 13. und so drittbester Österreicher.

„Meine Top-10-Platzierung habe ich am Dobratsch mit dem Defekt verloren“, meint Clemens Fankhauser. „Das ist schade für mich und das Team, denn so habe ich mein Ziel unter den beten 10 zu sein knapp verfehlt.“

Die Bilanz

Im Rückblick auf die vergangenen acht Tage bei der Österreich Rundfahrt ist das Tirol Cycling Team zufrieden, auch wenn manche Ziele nicht erreicht wurden. „Clemens Fankhauser war im Trikot des besten Österreichers und hat sich sehr gut geschlagen“, meint Thomas Pupp, Teammanager des Tirol Cycling Teams. „Den frühen Ausfall von Dennis Paulus auf der ersten Etappe mussten wir erst verkraften. Der siebte Mann hat uns vor allem bei den Bergetappen gefehlt.“ Ziel des Teams war es, Clemens Fankhauser unter die Top 10 der Rundfahrt zu bringen. Daran ist man nur knapp gescheitert. Ohne den Defekt kurz vor dem Dobratsch wäre das vielleicht sogar gelungen. „Es war schwerer als in den vergangenen Jahren, in eine Fluchtgruppe zu kommen“, erzählt Hannes Kapeller, sportlicher Leiter. „Allgemein wurden kaum Spitzengruppen zugelassen, das Tempo der Rundfahrt war am Beginn jeder Etappe sehr hoch.“

„Der große Wurf – eine Etappe zu gewinnen – ist uns heuer leider nicht gelungen“, meint Thomas Pupp weiter. „Aber wir haben uns gut gezeigt und wissen, woran wir für die kommenden Aufgaben arbeiten müssen.“ Für das Tirol Cycling Team stehen in den kommenden Wochen noch wichtige Rundfahrten auf dem Programm. Mit der Aosta-Rundfahrt und der Tour Alsace in Frankreich ist der Terminkalender im Juli dicht gedrängt.

TEAM FELBERMAYR - DAS Ö-TOUR TAGEBUCH - TAG 9- EIBEGGER ZUM ABSCHLUSS ERNEUT AM PODEST

So schnell gehen neun Tage zu Ende. Letzten Freitag brachen wir in Wels auf in Richtung Kitzbühel wo wir uns auf den am 02. Juli beginnenden Start der 68. Internationalen Österreich-Radrundfahrt vorbereiteten. Nach drei Podestplätzen, einem Tag in Gelb und Rosa feiern wir am Abschluss der noch einmal einen zweiten Platz.

Heute standen wir das letzte Mal in dieser Woche um 6 Uhr Früh auf um alles für unsere sieben Fahrer vorzubereiten. Am letzten Tag der Rundfahrt zu haben ist nebenbei gesagt eine tolle Leistung, denn nicht jedes Team steht am letzten Tag noch mit der vollen Besatzung am Start, also Hut ab! Jede Mannschaft hatte große Pläne für die 179,8 km lange Etappe, so auch wir. Vor dem Start um 10:30 wurde die Taktik noch einmal besprochen und los ging's. Mit ziemlich hohem Tempo starteten die 114 Fahrer in Bad Tatzmannsdorf und 15 Kilometer später bildete sich die Spitzengruppe des Tages. Für uns war es wichtig einen Fahrer in eine Gruppe zu bringen, das ist uns auch gelungen. Darum war die Freude umso größer als wir hörten, dass Jannik Steimle der am Vortag noch mit voller Wucht in ein parkendes Auto krachte, in der Fluchtgruppe ist. Der Vorsprung der sechs Spitzenfahrer Jannik Steimle, Nick van der Lijke (Roompot), Anthony Perez (Cofidis), Thomas Koep (Stölting), William Clarke (Drapac) und Julien El Fares (Delko Marseille Provence KTM) konnten rasch einen Zeitvorsprung von bis zu vier Minuten auf das Feld herausfahren. Aufgrund des schweren Sturzes auf der sechsten Etappe, bekam Jannik von unserem sportlichen Leiter Andreas Grossek die Anweisung keine Führungsarbeit in der Gruppe zu leisten um sich zu schonen. Diese Anweisung kam bei seinen fünf Mitstreitern aber weniger gut an und diese reagierten mit wilden Gesten und teils wüsten Beschimpfungen. Nachdem man sich in der Spitze nicht einig wurde beschleunigten vier Fahrer das Tempo und ließen Julien El Fares und Jannik bei Kilometer 55 zurück. Nun musste eine neue Taktik her. Die entstandene Lücke von rund sechs Minuten musste  zugefahren werden um die Ausreißer nicht  noch weiter wegfahren zu lassen. Also spannte sich der Felbermayr-Express an die Spitze des Feldes und leistete gemeinsam mit CCC Sprandi Polkowice die notwendige Nachführarbeit. Der starke Wind spielte uns in die Karten und sorgte dafür, dass sich der Vorsprung rasch auf zwei Minuten einpendelte und man die Spitzenfahrer rund acht Kilometer vor dem Ziel einholen konnte. Nun lag es an Markus Eibegger möglichst schnell den Kahlenberg mit einer maximal Steigung von 12 Prozent hochzukommen. Wanty-Groupe Gobert griff sofort auf dem 4,3 Kilometer langen Schlussanstieg an und brachte Frederik Backaert in Position. Markus Eibegger griff ein aller letztes Mal mit voller Kraft an, konnte den Belgier Frederik Backaert aber leider nicht mehr einholen. Somit sicherte sich der Wanty-Groupe Gobert Fahrer einen Solosieg am Kahlenberg mit neun Sekunden Vorsprung auf den unermüdlichen Verfolger Markus Eibegger. Platz drei ging mit 14 Sekunden Rückstand an David Belda vom Team Roth.

Für Markus war dies nun der dritte Podestplatz in dieser Woche: „Es war ein sehr harter Arbeitstag, aber die Wanty-Fahrer waren im Finale in der Überzahl und zu stark. Wir sind aber absolut zufrieden mit der Tour, schließlich holten wir uns drei Podiumsplätze (3x2. Ränge durch Eibegger und Auer + 1x3. durch Eibegger).“ In der Gesamtwertung erreichte Eibegger mit 3:21 Rückstand Platz sieben. Den Gesamtsieg der Rundfahrt holte sich Jan Hirt (CCC Sprandi Polkowice) vor Guillaume Martin (+1:17) von Wanty-Groupe Gobert und Patrick Schelling (+1:29) vom Team Vorarlberg.

 

TEAM VORARLBERG PROFI PATRICK SCHELLING DRITTER DER GESAMTWERTUNG!

Wiederum ein großer Tag für den Vorarlberger Radsport – das Märchen Ö-Tour und Team Vorarlberg geht weiter! Der 26 jährige Patrick Schelling aus Hemberg in der Schweiz wird hinter dem Tschechen Jan Hirt (Team CCC) und dem Franzosen Martin Guillaume (Team Wanty-Group) in großartiger Manier Dritter der Gesamtwertung der diesjährigen Int. Österreich Radrundfahrt. Hauchdünn und denkbar knapp konnte er seinen Traum für ihn und die gesamte Mannschaft verwirklichen. Ohne die gewaltige Mannschaftsleistung in den letzten Tagen wäre das Podium mitunter weg gewesen!

Rennbericht Samstag 09.07. – Siebente und letzte Etappe von Bad Tatzmannsdorf auf den Wiener Kahlenberg 179,8 Kilometer – 1533 Höhenmeter!

(An)spannung pur für das Team Vorarlberg! Zwei Sekunden betrug nur noch der Vorsprung von Patrick Schelling auf den Spanier Delio Fernandez vom Pro Continental Team Delko Marseille. Die Hürden von heute: Die beiden Sprintwertungen auf dem Weg nach Wien an welchen es Zeitbonifikationen gab. Dies kann wie bereits gestern passiert gefährlich und auch entscheidend werden um den Verbleib am Podium!

Aber auch die schwierige Auffahrt zum Kahlenberg – nicht ganz steil aber dafür klassisch mit Pflastersteinen –  nicht unbedingt nach dem Geschmack von Schelling!

Tatort Wien – Den Krimi schreiben die Fahrer: Delko Marseile gegen Team Vorarlberg!

Die Team Vorarlberg Fahrer waren heute gut beraten sich vor dem Start aufzuwärmen und mit dem Rad an den Start zu fahren. Nicht wegen den Temperaturen – die waren heiß, sondern wegen den sofortigen Angriffen der Konkurrenz, da die erste Bergwertung bald zu Buche stand. Mit dem Startschuss sofort heftige Angriffe. Diese wurden vorerst alle pariert und gekontert. Nach 30 Minuten steht dann dir Gruppe mit sechs Leuten – zum Glück ohne Delio Fernandez! Diese Situation spielte zu diesem Zeitpunkt Patrick Schelling in die Karten.

Gegen Mitte des Rennens nimmt aber das Feld wieder Fahrt auf. Die Mannschaft Delko Marseille möchte vor der zweiten Sprintwertung die Gruppe einholen was nicht gelingt, da sich auch das Team Vorarlberg ganz vorne formiert und sehr achtsam fährt. Das Feld teilt sich in einer schnellen Phase und auf einmal war das Team von Marseille im hinteren Bereich. Die Vorarlberger stürmen zum Team CCC nach vorne und machen dann ihrerseits Tempo. Nach dem Zusammenschluss der Felder war nur kurz Ruhe!

Jede Sekunde zählt!

Die vierköpfige Spitzengruppe wurde gegen Ende des Rennens wieder gestellt, was die Gefahr für Schelling drastisch erhöhte, da auch die ersten drei der Etappenwertung Zeitgutschriften erhalten. Clement Koretzky, Der Zsolt, Daniel Lehner, Nico Winter, Fran Zurita und Patrick Jäger leisten heute schier unmenschliches – sie bringen Schelling ganz vorne in den Anstieg bis zum Schlussanstieg zum Kahlenberg – wenn Fernandez nur Dritter wird, dann ist das Podium passe!

„Krimi mit glücklichem Ausgang!“

Fernandez gegen Schelling! Mit dem großen Kettenblatt stürmen die besten Bergfahrer hinein in den Anstieg. Schelling fackelt nicht lange und setzt nun selbst die Akzente. Er drückt mit dem letzten Korn auf das Tempo, bleibt aber neutral bei Fernandez. Der Attacke des Belgiers Frederik Backaert vom Team Wanty-Group folgt Schelling nicht. Ebenso nicht jener von Markus Eibegger und David Belda Garcia. Sollten diese drei durchkommen, dann holen sich diese die Zeitgutschriften ab.

“Schelling schickt ein „Merci“ an David Belda Garcia!“

Der Belgier Backaert zieht durch! Er gewinnt solo vor dem starken Österreicher Markus Eibegger! David Garcia Belda setzt sich im Sprint gegen seinen Landsmann Delio Fernandez knapp durch. Wäre Fernandez Dritter geworden, hätte er Schelling in der Gesamtwertung am letzten Meter mit zwei Sekunden abgefangen. Das war knapp!   

Patrick Schelling nach dem Rennen: „Klar war ich etwas nervös vor dem Start, aber ich habe gewusst dass ich es selber in der Hand habe wenn Fernandez nicht vor mir ist, oder er die Zeitgutschriften nicht abgreift. Er hat dann bereits 600 Meter vor dem Ziel angetreten zum Sprint und wollte mich mit aller Gewalt distanzieren. Zum Glück konnte ich dagegenhalten und bin super happy über diesen Erfolg, aber es war sehr knapp - das Glück war heute bei mir. Ein Chapeau an das ganze Team. Die Fahrer und Betreuer haben alle Tage 100% gegeben – besser hätte es kein Continental Team machen können!“

Gesamtwertung der 68. Int. Österreich Rundfahrt 2016 UCI 2.1

1. 1 HIRT Jan CZE19910121 CCC CCC Sprandi Polkowice 30:52:09

2. 34 MARTIN Guillaume FRA19930609 WGG Wanty - Groupe Gobert 30:53:26 + 1:17

3. 151 SCHELLING Patrick SUI19900501 VBG Team Vorarlberg 30:53:38 + 1:29

4. 83 FERNANDEZ Delio ESP19860217 DMP Delko Marseille Provence KTM 30:53:40 + 1:31

5. 24 ROSSETTO Stéphane FRA19870406 COF Cofidis, Solution Credits 30:53:58 + 1:49

Team Vorarlberg Kader Ö-Tour: Patrick Jäger, Daniel Lehner (alle AUT), Patrick Schelling, Nicolas Winter (beide SUI), Clement Koretzky (FRA), Der Zsolt (HUN), Fran Zurita (SPA);

Time to relax vor nächsten Einsätzen!

Nach der Österreich Radrundfahrt nimmt sich das Team ein time-out und legt eine Rennpause ein bis zum nächsten reizvollen Einsatz. Es wartet die „grüne Holle und die Hohe acht“ am Nürburgring. Am Freitag 29.07. findet das Einzelzeitfahren statt, am Sonntag 31.07. dann erstmals das UCI 1.1 Rennen an der Nordschleife mit einer großartigen Besetzung und zahlreichen World Tour und Pro Continental Teams. Am selben Wochenende auch das Int. Radkriterium in St. Anton am Arlberg!

 

 

HIRT GEWINNT Ö-TOUR, SCHELLING (TEAM VORARLBERG 3., PERNSTEINER (AMPLATZ) 6.

(Bericht & Foto mrPR) - Das große Finale der 68. Österreich Rundfahrt endete nach dem Start im burgenländischen Bad Tatzmannsdorf am Wiener Kahlenberg. Nach 179,8 Kilometern holte sich der Belgier Backaert die letzte Etappe vor Markus Eibegger, der zum zweiten Mal Zweiter wurde! Jan Hirt ließ sich den Gesamtsieg der Rundfahrt nicht mehr nehmen. Bester Österreicher wurde der neue rot-weiß-rote Shootingstar Hermann Pernsteiner als Sechster!
 
Nachdem Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl die 114 Profis von Bad Tatzmannsdorf verabschiedete, formierte sich nach rund 15 Kilometern bei hohem Tempo die erste und entscheidende Spitzengruppe des Tages. Der Vorsprung wurde rasch auf vier Minuten ausgebaut. Die Gruppe bestand aus den sechs Fahrern Nick van der Lijke (Roompot), Anthony Perez (Cofidis), Thomas Koep (Stölting), William Clarke (Drapac), Julien El Fares (Delko Marseille Provence KTM) und Jannik Steimle (Felbermayr Simplon Wels).
 
Verfolgungsrennen im Burgenland
Nach 55 Kilometern, bei Sieggraben, fielen Julien El Fares und der deutsche Wels-Legionär Steimle zurück ins Feld, das mittlerweile einen Rückstand von fünf Minuten auf die vier Spitzenfahrer hatte. Doch allmählich wurde das Peloton munter und vor vor der ersten „Flyeralarm“-Sprintwertung in Oslip sorgten vor allem die Teams Felbermayr Simplon Wels und CCC Sprandi Polkowice für eine Temposteigerung. Der Rückstand pendelte sich rasch bei rund drei Minuten ein. Bei der 2. Sprintwertung des Tages in Göttlesbrunn lag der Vorsprung der Spitze bei 2:40 Minuten. Diesen Vorsprung brachten die vier Ausreißer auch bis zur Wiener Stadtgrenze. Doch aufgrund des starken Gegenwindes schmolz er immer mehr. Rund acht Kilometer vor dem Ziel wurden die Ausreißer gestellt.
 
Finale am Kahlenberg - Sieg und Punktetrikot an Backaert
Dann begann der letzte Anstieg der Rundfahrt hinauf zum Kahlenberg, dem Hausberg der Wiener. Der Schlussanstieg betrug 4,3 Kilometer mit maximal zwölf Prozent Steigung. Gleich am Beginn der Steigung nahmen die Profis von Wanty-Groupe Goubert das Heft in die Hand und drei Kilometer vor dem Ziel konnte sich der Belgier Frederik Backaert auf dem Kopfsteinpflaster absetzen. Der Klassikerspezialist, der heuer wegen Bronchitis ein Monat pausieren musste, feierte neun Sekunden vor dem Steirer Markus Eibegger seinen ersten Profisieg. Damit sicherte er sich auch das „Flyeralarm“-Punktetrikot! „Das war ein unglaublicher Tag für mein Team und mich: mein erster Profisieg, das Punktetrikot und wir haben auch die Teamwertung gewonnen!“
 
Markus Eibegger von Felbermayr Simplon Wels holt heute seinen zweiten zweiten Platz: „Es war ein sehr harter Arbeitstag, aber die Wanty-Fahrer waren im Finale in der Überzahl und zu stark. Wir sind aber absolut zufrieden mit der Tour, schließlich holten wir drei Podiumsplätze (Anm. 3x2. Ränge durch Eibegger und Auer).“ Zweitbester Österreicher wurde Tirol-Profi Clemens Fankhauser auf Rang fünf. Hermann Pernsteiner kam mit 24 Sekunden Rückstand als Zwölfter ins Ziel.   
 
Hirt feiert zweiten tschechischen Gesamtsieg!
Im Jahr 1991 gewann Roman Kreuziger als erster Tscheche die Österreich Rundfahrt. 25 Jahre später gelingt dieses Kunststück auch Jan Hirt aus Budweis in Mähren, in der Nähe von Znaim. „Das war heute durch den starken Gegenwind härter als erwartet. Und der Schlussanstieg hatte es auch in sich. Ich habe meine erste Rundfahrt gewonnen und darüber bin ich mehr als happy“, freute sich der 25-jährige Hirt. In der Gesamtwertung verwies er den Franzosen Guillaume Martin um 1:17 Minuten auf Rang zwei, Dritter wurde der Schweizer Vorarlberger-Legionär Patrick Schelling (plus 1:31 Minuten).
 
Pernsteiner bester Österreicher
Die Überraschung der Tour war sicherlich der 25-jährige Hermann Pernsteiner, der soeben die überhaupt zweite Rundfahrt in seiner Karriere beendet hatte: „Wenn mir jemand vor der Tour erzählt hätte, ich werde Sechster, hätte ich ihn schief angesehen. Aber meine Form war in dieser Woche sehr gut und meine Teamkollegen haben ihr bestes für mich gegeben. Der sechste Platz und das „Manner“-Trikot sind unglaublich für mich und ich brauche sicher einige Tage, um das zu realisieren.“ Am Kahlenberg verlor Pernsteiner etwas Zeit auf die Spitzenleute, „das lag daran, dass mich Eibegger drei Mal attackiert hat. Als ich bei der 1.000-Meter-Marke war, fuhr ich mein Tempo. Da wusste ich, dass ich mein Trikot ins Ziel bekomme.“ 
 
Die Gewinner der Wertungen
Der 25-jährige Jan Hirt (CCC Sprandi Polkowice) gewann das Gelbe Führungstrikot und feierte somit den ersten Rundfahrtssieg in seiner Karriere. Im Vorjahr belegte der Tscheche noch den dritten Gesamtplatz bei der Tour. Der 35-jährige Italiener Alessandro Vanotti vom Team Astana stand schon seit gestern als Sieger der „Wiesbauer“-Bergwertung fest. Das „Flyeralarm“-Punktetrikot wechselte heute noch von Pasqualons Schultern zum Etappensieger Frederik Backaert. Und das „Manner“-Trikot des besten Österreichs brachte der 25-jährige Niederösterreicher Hermann Pernsteiner (Amplatz BMC) mit Rang sechs nach Wien!

TEAM VORARLBERG - PATRICK SCHELLING WEITER GESAMT 3.

(TK) - Team Vorarlberg Sprinter Francesc Zurita durch Auto kurz vor Ziel ausgebremst – Rang neun im Massensprint! Schelling verteidigt Rang drei mit hohem Team Einsatz auf Highspeed Etappe bei der 68. Int. Österreich Rundfahrt! Morgen „grande Finale“ in Wien am Kahlenberg – es geht um jede Sekunde am Podium!
 
Heute hätte es gepasst mit einer Etappen Platzierung ganz vorne! Der junge Team Vorarlberg Sprinter Zurita wurde 700 Meter vor dem Ziel durch ein stehendes Auto ausgebremst und musste in die „Eisen“. Schade um diese Chance! Im Gegenzug war das Team heute für das Unternehmen „Podium Patrick Schelling“ extrem gefordert. Der Spanier Delio Fernandez hat zwei Sekunden gut gemacht und liegt nur noch zwei Sekunden hinter Patrick bzw. Rang drei der Gesamtwertung. Aber auch heute hat das Team Vorarlberg mit allem was machbar war gegen die großen Mannschaften dagegen gehalten. Das wird auch morgen so sein – ALLE FÜR EINEN BIS ZUM LETZTEN METER!
 
Rennbericht Etappe 6: Graz – Stegersbach (204 Kilometer / 1933 Höhenmeter) – Radsport = Highspeed!
In den Team Reihen hat man gewusst dass dies heute mitunter einer der schwersten Etappe werden würde. Was sich heute abgespielt hat in den ersten beiden Rennstunden, war ein Highspeed Rennen was noch selten in den letzten Jahren stattgefunden hat. Attacken um Attacken. Das Feld fuhr jede Lücke wieder zu. Allen voran das Team Delko Marseille – mit einem ganz bestimmten Grund.
 
Kampf ums Gesamtklassement – Spanier Delio Fernandez holt auf!
Delio Fernandez liegt als Viertplatzierter nur vier Sekunden hinter Patrick Schelling. Bei den Zwischensprints gibt es für die ersten drei Fahrer Zeitbonifikationen von 3, 2 und 1 Sekunde. Der Italiener Andrea Pasqualon holt sich die drei Sekunden. Fernandez sprintet noch an Team Vorarlberg Profi Der Zsolt vorbei u holt sich die zwei Sekunden. Das war ganz knapp, aber somit holt Fernandez zwei Sekunden auf!
 
Das Tempo ist auch nach der Sprintwertung extrem schnell. Bei KM 85 lässt man dann drei Fahrer gewähren, erst dann kehrt Ruhe ein. Bis zu dieser Phase war ein Schnitt von an die 50 km/h auf den Tachos der Fahrer, trotz welligen Terrain – unglaublich schnell und vor allem kräfteraubend! An der Spitze die Fahrer Vanotti (Astana), van der Lejke (Roompot) und Slunov (Gazprom). Sie kommen einige Minuten weg, bis die Sprinterteams wieder Speed aufnehmen!
 
Team Vorarlberg „ausgebremst“ kurz vor Ziel – Francesc Zurita trotzdem noch toller Neunter!
Werner Salmen, sportlicher Leiter zum Finale: „Nach der Einholung der Spitze war der Massensprint früh vorbereitet. Die Fahrer konnten „Fran“ perfekt nach vorne bringen und ihn an das schnelle Rad des Sprinter Andrea Pasqualon (ITA) platzieren. 700 Meter vor dem Ziel müssen Pasqualon und Zurita wegen einem nicht korrekt abgestellten Auto bremsen. Die andere Meute fährt vorbei. Schade um diese Chance an diesem Tag, aber Rang neun kann sich trotzdem sehen lassen und ein Crash mit Top Speed wäre fatal gewesen! Wichtig auch dass das Team wieder super gearbeitet hat und Patrick Schelling sicher ins Ziel gebracht hat – morgen geht’s wortwörtlich rund!“
 
Patrick Schelling weiterhin Gesamtdritter der Ö-Tour!
Schelling wird heute zeitgleich mit dem Etappensieger Nicola Ruffoni (ITA/Team Bardiani) 22. und wird zeitgleich gewertet. Zwei Sekunden hat er zwar heute eingebüßt, aber Rang drei hat man verteidigt!
 

Vorschau: Samstag 09.07. - Etappe Nr. 7: Die Entscheidung - Grande Finale am Wiener Kahlenberg – Spannung bis zum Schluss! (179,8 Kilometer / 1533 Höhenmeter)

Das wird wiederum ein Finale der Ö-Tour! Im vergangenen Jahr die schwere Bergetappe mit Ziel in Bregenz – heuer nach Wien. Aber nicht wie bisher am Rathaus, sondern es wartet der Schlussanstieg zum Kahlenberg mit etwa drei Kilometer und alten Pflastersteinen. Hier wird der Rundfahrt Sieg von Jan Hirt nicht entschieden, aber die Plätze dahinter. Auf der Anfahrt der Etappe gilt es die beiden Sprintwertungen im Auge zu behalten, damit nicht weitere Sekunden verloren gehen an Fernandez. Wenn das gut geht, dann liegt es am jungen Schweizer ob er den Angriffen des erfahrenen Spaniers standhalten kann. Das Team wird alles Mögliche dafür tun und sich aufopfern – wie die gesamte Rundfahrt bereits!           

Team Vorarlberg Kader Ö-Tour: Patrick Jäger, Daniel Lehner (alle AUT), Patrick Schelling, Nicolas Winter (beide SUI), Clement Koretzky (FRA), Der Zsolt (HUN), Fran Zurita (SPA);