DANIEL GEISMAYR: EINMAL CAPE EPIC GEWINNEN

Schade aber Realität - Hierzulande werden MTBer wie Daniel Geismayr ob ihrer sportlichen Leistungen eher so nebenbei beachtet. Nur Insider wissen z. B. in seiner Heimat Vorarlberg, dass der Dornbirner einer der besten Langstrecken MTBer der Welt ist. Und unglaubliches leistet. Nun startet er im Kreis der Mitfavoriten ab Sonntag gemeinsam mit Partner Nicola Rohrbach für das CENTURION VAUDE Team beim Cape Epic in eine Mega Challenge. Wir haben für radstars.at heute noch kurz mit Daniel Geismayr gesprochen. 
 
Wie geht es Euch?
Es geht uns sehr gut. Persönlich bin ich ein bisschen nervös, aber dies mit voller Vorfreude. Es kann starten.
 
Wie habt ihr Euch nun vorbereitet?
Wir sind jetzt schon 14 Tage hier und konnten uns sehr gut auf dem Gelände vorbereiten. Das Fahrerfeld ist heuer das hochkarätigste seit jeher. Gegner gibt es unzählige, aber vor allem gilt es Platt/Huber & Sauser/Kulhavy zu schlagen.
 
RADSTARS
 
Wie hast du dich an Nicola „gewöhnt“, muss man da nicht eingespielt sein?
Ich konnte jetzt gut 2 Wochen mit Nicola trainieren. Jedoch muss man im Rennen auch miteinander reden, um nicht über das Limit des anderen zu gehen. Das Rennen ist wie gesagt die Tour der MtB Fahrer.
 
Von Österreich aus schwer zu sagen, aber alles redet über dieses Rennen?
Unglaublich ist die mediale Aufmerksamkeit – Das ist echt gigantisch. Das Rennen wird z.B. Live in RSA übertragen. Und es sind unglaublich viele Medienvertreter hier.
 
Was wird der schwierigste Tag?
Das wird sicher Tag 6 – da gibt es die Königsetappe – wenn du da mit vorne bist ist vieles möglich.
 
RADSTARS
 
Dein persönliches Ziel gemeinsam mit Nicola?
Mein Traum ist es natürlich, dieses Rennen einmal im Leben zu gewinnen. Aber ein Podestplatz bei diesem starken Fahrerfeld wäre schon super. Wir werden alles versuchen. Das Rennen ist auch für unser Team und unsere Sponsoren enorm wichtig, da auch sehr viel Geld investiert wird.
 
Wir wünschen Euch einen guten Start!

Tirol und Innsbruck laden zu einer der herausforderndsten Straßenrad-WMs aller Zeiten

Von 22. bis 30. September 2018 ist Tirol mit der Host City Innsbruck Gastgeber der UCI Straßenrad WM. Rund 1000 Athletinnen und Athleten werden in zwölf Rennen um Medaillen fahren. Die Organisatoren rechnen mit 500.000 Zuschauern vor Ort, mehr als 200 Millionen TV-Zuseher in 150 Ländern können die Veranstaltung an den Bildschirmen mitverfolgen. Aufgrund der anspruchsvollen Streckenführung mit rund 5.000 Höhenmetern gelten Bergspezialisten als Favoriten für die Bewerbe. Rad-Ikone Mario Cipollini kam extra nach St. Moritz, um der Pressekonferenz beizuwohnen.
 
Die UCI Straßenrad WM 2018 wird sich über weite Teile Tirols erstrecken, die Rennen in verschiedenen Region des Landes starten. Ziel wird aber immer die Host City Innsbruck sein. Die Tiroler Bergwelt wartet mit anspruchsvollen Strecken auf. So wird das Elite-Rennen der Herren über rund 270 Kilometer führen und rund 5.000 Höhenmeter umfassen. „Die Streckenführung verspricht spannende Rennen und die Kombination aus flachen Passagen und steilen Anstiegen wird die Sportler jedenfalls ganz schön fordern. Ich rechne mit den schwersten Weltmeisterschaften der Geschichte“, verkündet Ex-Radrennprofi Thomas Rohregger, der als Sportdirektor der WM die Streckenplanung verantwortet und zudem als technischer Delegierter der UCI fungiert. Für ihn gelten die Bergspezialisten als logische Favoriten.
 
 
Schon jetzt große Vorfreude auf spektakuläre Rennen
An den insgesamt acht Wettkampftagen ist Spannung garantiert, die Höhepunkte werden das Teamzeitfahren am ersten Sonntag sowie die Elite Rennen der Damen und Herren am zweiten Wochenende sein. Für die Fans wird auch abseits der Rennen mit EXPO Gelände, Fan-Partys, Public Viewings und einem „Jedermann Rennen“ ein umfassendes Rahmenprogramm geboten. Die beiden Rad-Stars Vincenzo Nibali (ITA) und Peter Sagan (SVK) freuen sich schon jetzt auf die UCI Straßenrad WM in Innsbruck-Tirol - aufgrund der Nähe zu ihren Heimatländern rechnen die beiden mit besonders vielen Fans, die sie unterstützen werden. Natürlich werden sie Tirol schon vor der Weltmeisterschaft besuchen: „Ich werde auf jeden Fall hier trainieren, um mich auf den Weltmeisterschafts-Strecken so gut wie möglich vorzubereiten“, so Peter Sagan. Vincenzo Nibali outet sich als passionierter Bergfahrer: „Ich liebe steile Anstiege und rasante Abfahrten“.
 
Tirol als erfahrener Gastgeber für Großevents
„Tirol ist weltweit für die hervorragende Organisation und Durchführung von Wintersportgroßveranstaltungen bekannt. Mit der Rad WM 2018 können wir nun auch unsere Kompetenzen im Sommersportbereich beweisen. Da im September 2018 Besucher aus der ganzen Welt nach Tirol reisen werden, freuen wir uns besonders, die Rad WM 2018 im TirolBerg erstmals international präsentieren zu können“, freute sich Georg Spazier, Leiter des Organisationskomitees und Geschäftsführer der Innsbruck-Tirol Rad WM 2018 GmbH, bei der Pressekonferenz.
 
Großes Medieninteresse
Auch Josef Margreiter, Geschäftsführer der Tirol Werbung, unterstrich die Bedeutung des Großevents für das Land: „Leuchttürme wie eine Radweltmeisterschaft haben internationale Strahlkraft und festigen unsere Position als Sportland Nummer eins der Alpen. Darüber hinaus bilden Radrennen eine ideale Möglichkeit, das Land über mehrere Stunden prominent ins Bild zu rücken und für viele Zuschauer sportliche Unterhaltung und Inspiration zu bieten.“ Die Organisatoren rechnen mit der Anwesenheit von mehr als 700 Medienvertretern, TV-Übertragungen in rund 150 Länder der Welt sowie über 200 Millionen Zuschauern vor den TV-Bildschirmen. Entlang den Strecken werden 500.000 Radsportfans erwartet. Die Veranstalter sind überzeugt, dass sich das Event nicht nur positiv auf die regionale Wertschöpfung auswirken, sondern Tirol und Innsbruck auch als Raddestination prägen wird. „Mit der Straßenrad-Weltmeisterschaft und Veranstaltungen wie Crankworx etablieren wir Innsbruck am Weltmarkt als Bike City.“, so Karin Seiler-Lall, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus. „Wir spüren schon jetzt, dass die Veranstaltungen großes Interesse in der Radsportwelt wecken – sehr viele Radeventveranstalter klopfen an, um ihre Veranstaltungen in der Bike City Innsbruck auszurichten. Beide Events bringen als Lokomotiven den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur wie zum Beispiel des Bikepark Innsbruck oder des Radwegenetzes voran. Diese Investitionen fördern die Nachhaltigkeit dieser Events, verbessern das touristische Angebot und kommen auch der Bevölkerung zugute.“
 
Weitere Radbewerbe in Tirol
Bereits ein Jahr vor der WM wird sich Tirol 2017 als Radland präsentieren: Zwischen 17. und 21. April führt die Tour of the Alps, die Nachfolgveranstaltung des traditionellen Giro del Trentino, in fünf Etappen durch Tirol, Südtirol und das Trentino. Die Host City der UCI Straßenrad WM Innsbruck wird am 17. April Zielort sein, am 18. April wird von Innsbruck aus gestartet. Crankworx, das größte Mountainbike Gravity Festival der Welt, gastiert von 21. bis 25. Juni in Innsbruck und am 26. August 2017 führt der Pro Ötztaler 5500, der als härtestes Eintagesrennen für Radprofis gilt, über 238 Kilometer und 5.500 Höhenmeter von Sölden über vier Alpenpässe wieder nach Sölden. Die Startorte der Rad WM 2018 werden am 23. Februar 2017 um 10:30 Uhr im Landhaus in Innsbruck bekannt gegeben.

DANIEL FEDERSPIEL - PLANT DER WELTMEISTER SEINEN UMSTIEG AUF DIE STRASSE?

Gleich vorweg, er hat uns nicht ALLES verraten, aber ein bisschen was hat er uns dann doch gesagt. Seit längerem wird ja gemunkelt, dass der zweifache XCE Weltmeister Daniel Federspiel eventuell einen Wechsel auf die Strasse vor hat. Für heuer hat Federspiel die Saison  (fast) frühzeitig beendet, obwohl in Italien noch ein Rennen auf dem Programm stand. Aber dieses war für Federspiel nicht mehr so interessant.

DF:  Ja genau, ich habe die Saison frühzeitig beendet, da das Rennen in Italien nur mehr für Amateure war.

Mit der Saison konnte Daniel Federspiel wahrlich zufrieden sein, denn es hat ja eigentlich miserabel begonnen:

DF: Natürlich bin ich mit der Saison mehr wie zufrieden, denn ich bin wieder Weltmeister geworden. Auch die Silbermedaille bei der EM glänz fast wie Gold, denn damals haben ja die großen Probleme mit dem Auge angefangen.

Mehr geht ja fast gar nicht?

DF: Nein, ganz ehrlich nach all den Problemen, hätte ich nie gedacht, heuer doch noch so erfolgreich zu sein. Ich hatte bis jetzt noch nie was am Auge und sowas hat mich sehr beschäftigt - und eigentlich beschäftigt es mich immer noch – da wir den eigentlichen Grund noch immer nicht herausgefunden haben. Derzeit bin ich in Bayern in einem Osteo Zentrum zur regelmäßigen Behandlung . Aber eine genaue Diagnose gibt es nicht. Und so etwas belastet, auch wenn ich immer lache!

RADSTARS

Der Eliminator Bewerb ist zwar spektakulär und spannend, aber hat er in dieser Form Zukunft?

DF: Die Entwicklung des XCE`S sieht nicht gut aus, es wird zwar weiterhin eine EM und WM geben, aber das war es dann auch. Ohne Olympische Disziplin ist das fast wie 2. Liga. Für mich beginnt jetzt die Planungsphase – Sicher ist, dass ich auch etwas anderes fahre, denn gerade mal 5 hochkarätige Rennen im Jahr sind zu wenig.

Du bist ja schon einmal auf der Straße gefahren, wäre das was?

DF: Naja, Ambitionen auf die Straße zu wechseln sind natürlich da, aber als Quereinsteiger ist es praktisch unmöglich in ein gutes Team zu kommen. Wenn man sieht, wie schwer sich ein Stefan Denifl oder Riccardo Zoidl tun, weiter in einem internationalen TopTeam mit zu fahren, weisst du was ich meine. Aber es gibt Gespräche!

Möchtest du uns verraten mit wem?

DF: Nein, werde ich nicht (grinst). Ich selber bin auch absolut überzeugt, dass ich es drauf habe, denn alleine meine 1 1/2 monatige Vorbereitung auf den Ötztaler hat gezeigt, dass Potential da ist. Obwohl es bei internationalen Rundfahrten natürlich noch anders zu geht, wie beim Ötztaler. Aber es hat sich gezeigt, dass ich als Sprinter relativ schnell über die Berge komme. Und würde ich mich ein Jahr lang intensiv auf den Ötztaler vorbereiten, wäre noch weit mehr drinnen, sage ich jetzt einfach mal aus Überzeugung.

RADSTARS

Nach der Saison ist vor der Saison – Ein bisschen musst du dich schon fit halten?

DF: Jetzt im Oktober mache ich was mir Spaß macht, einfach ohne Druck und Stress „trainieren“. Ab November lege ich dann wieder ordentlich los.

Na dann, geniesse die Zeit – und wenn du ein Team hast, melde dich,g, - Gratulation noch einmal für deine gewaltigen Leistungen in diesem Jahr!

Daniel Federspiel - 10 Jahre XCE - 97 Sprintrennen
- 76 Siege
- 90 Podestplätze
- 4 WM Medaillen 2x Gold, 1x Silber. 1x Bronze
- 3 EM Medaillen 2x Gold, 1x Silber
- 4x ÖM Gold
- Weltcupgesamtsieger
- 1x Schlüsselbeinbruch

 

 

 

 

 

STRASSEN WM - ÖRV HAT AUFGEBOT NOMINIERT

Die 83. UCI-Straßen-Weltmeisterschaften werden von 9. bis 16. Oktober 2016 in Doha in Katar stattfinden. Die Weltmeisterschaften setzen sich aus insgesamt zwölf Wettbewerben zusammen. Der ÖRV schickt 14 Athleten und Athletinnen zu den Titelkämpfen.
 
Der extrem flache Kurs in Doha ist wie geschaffen für Sprinter und Windkantenspezialisten. Die Einzelzeitfahren und die Straßenrennen der Junioren und Juniorinnen sowie der U23-Fahrer verlaufen ausschließlich auf einem 15,3 Kilometer langen Rundkurs über die künstliche Insel „The Pearl“, die Straßenrennen von Frauen und Männern sowie das Einzelzeitfahren der Männer führen zudem in den Süden und Norden von Doha. Höhenmeter findet man auf sämtlichen Strecken vergeblich, dafür ist mit starkem Wind entlang des Meeres zu rechnen. Eine Herausforderung beim Straßenrennen der Profis bieten zudem 24 Kreisverkehre und drei scharfe Kurven.
 
Alle für Marco Haller
Für das Straßenrennen der Profis wurden der Kärntner Marco Haller, der Steirer Bernhard Eisel und der Vorarlberger Matthias Brändle, der auch das Einzelzeitfahren bestreitet, aufgestellt. „Marco Haller soll eine Top-Platzierung holen und Matthias Brändle und vor allem der routinierte Bernhard Eisel ihn so gut wie möglich ins Finale bringen“, sagt ÖRV-Teamchef Franz Hartl. Gespräche gab es mit allen WorldTour-Fahrern, ergänzt er: „Aber die lange Saison hat Spuren hinterlassen: Michael Gogl und Georg Preidler, der das Teamzeitfahren fährt, haben von sich aus abgesagt - sie haben zu viele Renntage in den Beinen.“
 
Daniel Auer große U23-Hoffnung
Bei den U23-Fahrern gilt Wels-Profi Daniel Auer als die große Hoffnung: Er gewann in diesem Jahr bei der Nations Cup-Rundfahrt in Tschechien eine Etappe und sicherte sich bei der Österreich Rundfahrt in Stegersbach hinter Ruffoni den zweiten Etappenplatz; einmal wurde er zudem Fünfter im Sprint. Ihm zur Seite stehen die Tiroler Nachwuchshoffnung Patrick Gamper, der auch das Einzelzeitfahren in Angriff nimmt, der Vorarlberger Klassikerspezialist Patrick Jäger, sowie Lukas Schlemmer (2. beim diesjährigen Ö-Tour-Prolog auf das Kitzbüheler Horn) und Tirol-Aushängeschild Sebastian Schönberger. „Leistungsmäßig ist Sebastian der beste U23-Fahrer und er soll in Fluchtgruppen kommen. Aber im Sprint haben wir mit Daniel ein richtiges Ass im Ärmel. Und Patrick Gamper hat bei den Europameisterschaften zuletzt mit Rang 13 auf hügeligem Kurs aufgezeigt. Auf einem flachen Kurs könnte er an den Top-10 kratzen“, sagt Hartl.
 
Titelverteidiger Gall im Straßenrennen
Bei den Damen starten die gute Sprinterin Christina Perchtold (5. der Juniorinnen-WM auf einem flachen WM-Kurs in Dänemark 2011) und die in den Diensten des belgischen UCI-Profiteams Lares-Waowdeals stehende Sarah Rijkes. Junioren-Weltmeister Felix Gall wird das Straßenrennen der Junioren bestreiten. Nach wochenlanger Verletzungs- und Krankheitspause steht die Titelverteidigung für Gall, der eindeutig anspruchsvolles Terrain bevorzugt, zwar unter ungünstigen Vorzeichen, trotzdem ist die Junioren-Nationalmannschaft ergänzt durch Markus Wildauer, Florian Kierner und Marco Friedrich nicht chancenlos. „Wir sind bereit für die Weltmeisterschaften. Unser Hotel, wo unser eigener Koch die Athleten versorgen wird, ist gebucht und wir haben auch vom österreichischen Botschafter Willy Kempel die volle Unterstützung angeboten bekommen, sollten wir in Katar etwas benötigen“, sagt ÖRV-Generalsekretär Rudolf Massak.

Sonntag, 9. Oktober 
14:15, Elite Frauen – Teamzeitfahren, 40 km
14:15, Elite Männer – Teamzeitfahren, 40 km

Einzelzeitfahren

Montag, 10. Oktober
9:30, Juniorinnen – Einzelzeitfahren, 13,7 km (keine Österreicherin am Start)
11:30, Männer U23 – Einzelzeitfahren, 28,9 km (Patrick Gamper)
Dienstag, 11. Oktober
9:00, Junioren – Einzelzeitfahren, 28,9 km (Marco Friedrich, markus Wildauer)
14:15, Elite Frauen – Einzelzeitfahren, 28,9 km (keine Österreicherin am Start)
Mittwoch, 12. Oktober
13:00, Elite Männer – Einzelzeitfahren, 40 km (Matthias Brändle)

Straßenrennen

Donnerstag, 13. Oktober
12:00, Männer U23 – Straßenrennen, 166 km (Daniel Auer, Patrick Gamper, Patrick Jäger, Lukas Schlemmer, Sebastian Schönberger)
Freitag, 14. Oktober
15:55, Juniorinnen – Straßenrennen, 74,5 km (keine Österreicherin am Start)
9:00, Junioren – Straßenrennen, 129,6 km (Marco Friedrich, Felix Gall, Florian Kierner, Felix Wildauer)
Samstag, 15. Oktober 
12:45, Elite Frauen – Straßenrennen, 134,5 km (Christina Perchtold, Sarah Rijkes)
Sonntag, 16. Oktober
10:30, Elite Männer – Straßenrennen, 257,5 km (Matthias Brändle, Bernhard Eisel, Marco Haller)

EINER BLEIBT AUF DER STRECKE - DAS SAGEN MARKT UND GEHBAUER

(Foto:Gehbauer&A.M.Küstenbrück) - Jemand bleibt immer auf der Strecke! - Nachdem die Österreichischen MTBiker bei den Olympischen Spielen in Rio nur einen Startplatz erhalten haben, hat sich der Radsportverband für Alex Gehbauer und gegen Karl Merkt entschieden. Daraufhin gab es in verschiedenen Medien heftige Reaktionen. Ernst Spreng, Medienverantwortlicher des Haibike Ötztal Pro Team berichtet in einer Aussendung, wie sich die Nichtnominierung aus Sicht von Karl Markt darstellt. Für radstars.at hat auch der Nominierte Alex Gehbauer eine Stellungnahme abgegeben. 

Fazit: Am Schluß bleibt Einer auf der Strecke & der Frust ist vorrangig! Eigentlich schade, weil Beide Athleten ganz tolle Sportler sind und viel auf sich nehmen, um überhaupt Richtung Olympische Spiele zu kommen. Das wichtigste wäre wohl, dass der Radsportverband hier in Zukunft klare Richtlinien erstellt! Dies hat auch ÖOC Generals. Peter Mennel (im Falle Brändle) gegenüber den Vorarlberger Nachrichten so gesagt!

Aussendung HÖPT/Ernst Spreng:

Das Haibike Ötztal ProTeam nimmt die Nicht-Nominierung von Karl Markt zu den Olympischen Spielen 2016 zur Kenntnis und wünscht den nominierten Fahrern und Fahrerinnen des Österreichischen Radsportverbandes – Straße wie Mountainbike – viel Erfolg.

Sonntag, später Nachmittag im schweizerischen Lenzerheide. Die Welt war für Karl Markt und das Haibike Ötztal ProTeam in Ordnung. Markt holt sich den ausgezeichneten 17. Rang bei diesem Weltcuprennen, schlägt seinen direkten Mitbewerber um den österreichischen Olympiastartplatz, die ersten Gratulationen zur zweiten Olympia-Teilnahme folgen. Dann kommt die Nachricht der österreichischen MTB-Nationaltrainers: Nominiert wird nicht Karl Markt, sondern Alexander Gehbauer.

„Wir waren im ersten Moment wie vom Blitz getroffen und haben die Welt nicht mehr verstanden“, erzählt Ernst Spreng, der Teamsprecher des Haibike Ötztal ProTeams. Noch am Sonntag hat das einzige österreichische Weltcupteam im Cross Country den Radsportverband zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert, die am Dienstagnachmittag beim Team eingetroffen ist.

In dieser werden als Hauptgründe für die Nominierung von Alexander Gehbauer aufgeführt: - Er habe das B-Limit (Top 25 bei einem Weltcuprennen, EM oder WM) dreimal erreicht, Karl Markt nur zweimal. - Alexander Gehbauer habe in den vergangenen drei Saisonen bei Europameisterschaften und Weltmeisterschaften bewiesen, dass er seine Leistung auf den Punkt abrufen kann.

Dazu nimmt das Haibike Ötztal ProTeam mit dieser Aussendung ein letztes Mal Stellung. Auf Wunsch unseres Athleten Karl Markt nehmen wir dann die Entscheidung des Österreichischen Radsportverbandes zur Kenntnis. Denn Karl Markt meint bitter enttäuscht: „Ich will jetzt gar nicht mehr daran denken, sondern wieder nur Rennen fahren.“ In der Nachbetrachtung der gesamten Olympiaqualifikation hat das Haibike Ötztal ProTeam einen großen Fehler gemacht: Man glaubte an eine Bewegung über die Teamgrenzen hinaus, bei der alle potenziellen Olympiakanditaten Österreichs gemeinsam dafür sorgen, dass die österreichischen MTB-Elite-Herren genügend UCI-Punkte sammeln würden, um zwei Startplätze in Rio zu ermöglichen.

Diese gemeinsame Bewegung hat es aus Sicht der Haibike Ötztal ProTeams nicht gegeben. „Wir haben im Frühjahr unsere Fahrer um die halbe Welt geschickt, dass sie für Österreich Punkte sammeln“, erklärt Ernst Spreng. „In Absprache mit dem Nationaltrainer haben unsere Fahrer Karl Markt und Gregor Raggl nicht an den Europameisterschaften teilgenommen. Sie waren dafür bei einem Rennen in Südafrika, wo sie Rang 1 und 2 belegt haben und damit Österreich in Reichweite des zweiten Startplatzes zu bringen.“ Bei den sehr schlecht besetzten Europameisterschaften – viele der Topfahrer haben auf einen Start verzichtet – gelang Alexander Gehbauer mit einem 21. Platz das erste B-Limit. Karl Markt fährt beim Weltcup in Australien und holt beim Weltcuprennen, bei dem alle Spitzenfahrer dabei sind, Rang 18.

„Es kostet rund 8.000 Euro, einen Fahrer zu einem Weltcup nach Australien zu schicken“, erklärt Ernst Spreng. „Das hätten wir uns sparen können.“ Gehbauer hat – aus welchen Gründen auch immer – diese Reisestrapazen nicht auf sich genommen. In weiterer Folge gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Markt und Gehbauer bei den Weltcuprennen in Albstadt und La Bresse. Bei den Weltmeisterschaften in Nove Mesto ist Gehbauer 19. Markt erwischt einen schlechten Start, wird in der ersten Runde behindert und kommt von Rang 70 auf Rang 26 vor. Seine Rundenzeiten ab der zweiten Runde sind besser als die seines Mitbewerbers. Das Ergebnis von Lenzerheide ist dann ja bekannt. „Wir kritisieren stark, dass unsere Fahrer Karl Markt und Gregor Raggl die einzigen waren, die mit hohem finanziellen Aufwand des Teams und tollen sportlichen Leistungen das Ziel verfolgt haben, Österreich zwei Startplätze bei Olympia zu sichern“, erklärt Ernst Spreng.

„Jetzt werden wir doppelt bestraft: Markt fährt nicht nach Rio und wir haben Tausende von Euro in einen österreichischen Gedanken investiert, der scheinbar nur in unserem Team existiert.“ Zum zweiten angeführten Punkt, dass Gehbauer bei Großereignissen in den vergangenen drei Saisonen im Gegensatz zu Karl Markt auf den Punkt abliefern kann, hat jeder die Möglichkeit dies anhand der Ergebnisse nachzuverfolgen. „Wir sind bitter enttäuscht über diese Entscheidung“, erklärt Ernst Spreng für das Haibike Ötztal ProTeam. „Karl Markt wurde die Möglichkeit genommen, noch einmal zu Olympia zu fahren. Und wir als Team haben gutgläubig daran geglaubt, dass man es in einer gemeinsamen österreichischen Bewegung schafft, zwei Startplätze zu sichern.“

Stellungnahme Alex Gehbauer:

Sport sollte verbindend wirken und Grenzen abreißen. Leider ist die Diskussion in den letzten Tagen dem Spirit des Sports nicht gerecht geworden. Wie jeder Athlet habe ich mich akribisch auf diese Saison vorbereitet und etliche Entbehrungen auf mich genommen. Schon im Vorhinein habe ich gesagt, dass es alle Fahrer verdient hätten und mir derjenige leid tut, der nicht nach Rio fahren darf. Wenn aber nach der Nominierung Sportler persönlich angegriffen und diffamiert werden, nur weil sie nach Rio fahren dürfen, dann fehlt mir dafür jegliches Verständnis. Unter den gegebenen Vorkommnissen kann ich mich nicht über den Startplatz freuen, werde aber wie immer mein Bestes geben um meinen 9. Platz von den Spielen in London zu verbessern.